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Skitour Chasseral

Ski …, oder besser Kurve heil?

Eigentlich begann alles vielversprechend und deutete auf einen abenteuerlichen Tag hin; Schnee sollte angeblich rund um den Chasseral zu genüge liegen. Ja, es schneite bereits im Laufental, die Fahrt könnte etwas länger dauern als geplant und Claudine zu einer längeren Kaffeepause in St-Imier zwingen; den warmen Tage folgte ein arktischer Wintereinbruch!

Irgendeine Kurve oberhalb Sonceboz lag dem JO-Büsli nicht so richtig, ein kurzes „Dog-Dog“ sorgte für gewisse Abänderungen an der Karosserie. Im Offroadlook setzten wir, diesmal mit Ketten bewaffnet, unsere Reise an den Fuss des Chasseral fort und waren mancherorts ein echter Hingucker.

Dass der Chasseral ein ungemütlicher Kerl sein kann, bewies er erneut. Kaum hatten wir die Cornette umrundet und standen im Windkanal unterhalb des Col du Chasseral, war‘s arktisch kalt und der Traum der gemütlichen Lunchpause auf dem Grat löste sich gleich hinter der ersten Schneeverwehung auf. Nur die Gratbeiz konnte uns noch vor dem sicheren Hungertod bewahren; Fondue sei Dank.

Frisch gestärkt mit einem „Vollfettklumpen“ im Magen wurden die letzten Meter zur Rakete, die auf dem Höchsten Punkt senkrecht gegen den Himmel ragt, in Angriff genommen. Trotz stürmischen Böen zeigte sich für kurze Zeit die weiss verzuckerte Ebene von Diesse, eh wir uns kunstvoll zum Petit Chasseral bewegten; Abfahrten mit offener Bindung und Steigfellen muss eben auch geübt sein.

Die erste Abfahrt in den Nebel brachte wieder all die unterlassenen Vorsätze zu Tage und Cm-dicke „Stöllen“ klebten unter den Skis. Tja, was Skiwachs alles bewirken könnte!

Ein kurzer Aufstieg brachte uns aus der Wildruhezone zurück ins legale und auf die Cornette. Der Schnee war erneut gut; der Regen verwandelte den ersten Schnee in eine harte Unterlage und der frische Pulverschnee brachte alle Sorgen zum Verschwinden; völlig losgelöst schwebten wir dem Parkplatz entgegen.

Offroadmässig ging’s mit dem Büsli wieder einäugig zurück ins schneearme Unterland. Nebst dem J+S-Fell, das den hinteren Fahrzeugteil zusammen hielt, „bambelte“ vorne so alles hin und her; bei jeder Bremsung meinte ich, dass schon wieder etwas durch die Fliehkraft davon flog.

PS: Übrigens, wir hatten das ganze Chasseral-Abenteuer heil überlebt, das Büsli nicht und nun ist’s definitiv weg. So schnell kann’s manchmal gehen.