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Klettern Gastlosen
Ein strubes Wochenende

Samstag, 10.05.08:
Nachdem sich alle am Samstag um 6:30 am Bahnhof Basel eingefunden hatten, ging es los. Nach etwa 2stündiger fahrt warteten wir in Jaun auf Tom und Sonja, welche mit dem Zug anreisten. Wir verfrachteten sie samt Gepäck in die Autos und fuhren hoch richtung Chalet. Auf dem Parkplatz noch unterhalb des Hauses hiess es: Klattermaterial einpacken und alles unnötige im Auto zurücklassen. Schneeschuhe brauchten wir zum Glück doch nicht.
Nach einem Aufstieg durch Matsch und Schnee teilten wir uns in kleinere Gruppen auf, um die Wände unsicher zu machen. Das Wetter war super! Keine Wölkchen am Himmel und eine südexponierte Wand.
Nicola, Claudine, Tobi und ich stiegen nach einer kurzen Verpflegungspause in die Routen Hallo Marco und Salü Jan ein. Das Klettern machte richtig spass und um halb 4 stand ich mit Tobi auf dem Gipfel. (Leider auch die JO-Toggenburg, aber das ist eine andere Geschichte). Nach zwei Stunden Wartezeit und langsamem Hungergefühl (es wurde auch noch frisch und wir hatten keine Pullis dabei) traffen dann Nicola und Claudine ein und wir konnten abseilen(dazu muss gesagt werden, das sie nicht langsam! waren). Durch verschiedenste Telefonanrufe wussten wir, dass alle schon auf uns warteten.
Um auf Thomis wunsch hin noch um 8Uhr im Chaltet zu sein und das Essen nicht zu verpassen, rannten wir dann den Berg hinunter zu den Autos. Überraschung: Andy, Laura, Sonja und Christoph waren noch dort. Sie konnten Tobis Auto nicht in gang setzten (und zudem haben sie die Autoprüfung noch gar nicht gemacht). Zum Glück gab es, oben angekommen, eine riesige Portion Älplermakkronen für alle.

Sonntag, 11.05.08:
Auch wieder ein super Tag! Es scheint im Moment jedenfalls noch so. Wir wollten in die Route Bilbo einsteigen, wie die halbe JO auch. Da es sehr warm war, beschlossen wir, wieder keine Pullover mitzunehmen. Wir mussten ja sowieso um 4Uhr wieder unten sein.
Noch einem kurzen Päuslein, durch Rückstau verursacht, und sich in der Sonne bräunen, konnten wir dann auch zügig weiterklettern. Doch in der Mitte der Wand angekommen, mitlerweile einiges hinter den anderen Gruppen, näherte sich das Unwetter. Entschlossen abzuseilen bevor es richtig gewittert, kehrten wir also um. Doch schon bei der zweiten Seillänge musste Nicola wieder raufklettern, da wir das Seil nicht abziehen konnten. Und dann fing es auch noch an zu Hageln. Es wurde immer nässer, kälter und ungemütlicher.
Während Claudine und Tobi, einen Stand unter Nicola und mir, sich gegenseitig warm gaben und Reiswaffeln assen, standen wir mitten im Felsen und versuchten uns warm zu halten. Leider blieb das nicht die einzige Rettungsaktion. Da wir uns nicht auf der Abseilpiste befanden, mussten wir immer wieder gegen den Wind traversieren. Das Seilpuff blieb uns nicht erspart. Beim zweiten Knopf kletterte Tobi nochmals zu Claudine und mir an den Stand, nicht weniger frieren! Zum Glück entdeckte er den Knoten schnell und musst nicht nochmals ganz rauf klettern.
Das weitere abseilen verlief zum Glück ohne weitere grosse Probleme. Ob wir noch lange die Kraft gehabt hätten, in dieser Kälte weiter abzuseilen, wissen wir nicht. Doch deutlich liess sich der zusammenhalt am Berg spühren: Immer konnten wir einander irgendwie helfen oder mindestens wieder ein bisschen aufmuntern. Ich glaube eine Umarmung tat noch nie so gut wie in dieser kälte!
Am Wandfuss warteten dann unsere warmen Kleider auf uns und im Chalet 'e warmi Schoggi'.

Gelernt haben wir vieles an diesem Wochenende. Unter anderem, nie mehr in eine Wand eisteigen, ohne einen Pullover mitzunehmen!

Nicola, Tobi, Claudine: Ihr wart eine super Gruppe!! Ich hoffe ihr habt euch wieder richtig aufgetaut:-)

Mlg Fränzi

 

P.s.: Ich habe den Sonntag aus meiner Sicht geschiltert. Es wäre toll, wenn auch noch eine andere Gruppe ihr Erlebnis berichten würde