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Ski-& Snowboardtourenlager San Bernadino
Ski- und Snowboardtourenlager San Bernardino

Am Samstag trafen sich alle JOler und Leiter zwischen der westlichen Rolltreppe und dem Wartesaal. So war es jedenfalls geplant… Über die Hälfte von uns (die JO-Chefin inbegriffen) hatte die vier Himmelsrichtungen nicht so ganz im Griff und wartete auf der östlichen Seite. Wir machten uns im Zug breit und versuchten unser Gepäck so aufzustapeln, dass die Kuchen möglichst weit oben lagen. In Zürich gabelten wir noch Oli und Christoph auf. In Chur übten wir dann zum ersten Mal effizientes Aus- und Umsteigen. Beim Gepäck zur Unterkunft schleppen war Sämi eindeutig am effizientesten. Sein Skigepäckschlitten war um ein Vielfaches schneetauglicher als jeder Rollkoffer. Nach dem kurzen Zimmereinrichten (oder eher Gepäck abstellen) und einem kleinen Snack ging es schon los auf die erste kurze Tour. Es schneite und die Sicht war schlecht. Jedoch war es nicht besonders schwierig sich zu orientieren: Wir liefen auf der zugeschneiten Passstrasse in Richtung Passo San Bernardino. Unterwegs machten wir eine LVS-Übung (mit erster Schneeballschlacht) und auch das Schaufeln und Sondieren kam nicht zu kurz. Nachdem wir uns damit abgefunden hatten, dass wohl doch kein Bus mehr kommen würde, mussten wir wohl oder übel wieder Skier und Board anschnallen und selber runterfahren (was für eine Strafe ;)) Beim Abendessen schlugen wir kräftig zu... Blöderweise hatte niemand damit gerechnet, dass das Beste erst nach den Teigwaren kommen würde. Immerhin konnten wir Alfons, unseren Bergführer, der etwas später kam, noch rechtzeitig warnen. Jedenfalls waren wir nach dem Essen und dem „Tee“ (eher Sirup) alle satt und zufrieden. Nach ein paar Jassen und ersten Massagen gings dann bald schon ab ins Bett.

Das Wetter war auch am Sonntag noch nicht besser. Wir hatten viel Neuschnee und das Spuren war dementsprechend anstrengend. Beim Aufstieg Richtung Piz de Mucia suchten unsere Snowboarder fleissig nach Löchern und Büschen zum steckenbleiben. Vor allem Fränzi steckte regelmässig mit einem Bein bis zur Hüfte im Schnee. Bei einem abgerutschten Schneebrett gab es eine zweite Runde Schneeprofil graben (natürlich nicht ohne Schneeballschlacht). Unter einem grossen Stein gab es eine kleine Stärkung und dann fuhren wir wieder zurück zur Unterkunft, wo die Schneeschlacht weiterging. Danach gings runter ins Dorf fürs Aufwärmen im Brocco e Posta. Beim Abendessen kreuzte dann noch Etienne auf.

Oli reiste am Montag schon frühmorgens wieder ab. Somit verpasste er das gute Wetter ganz knapp. Zum ersten Mal sah man heute nämlich die Berge rundherum. Wegen der heiklen Lawinensituation entschieden wir, mit dem Bus nach Splügen zu fahren und von dort auf das Mittaghorn zu aufsteigen. Der Wetterbericht im Bus bestätigte Olis Pech: Für fast den ganzen Rest der Woche war strahlendes Wetter gemeldet. Wir erfüllten unsere Pflicht und waren pünktlich zum Mittag auf dem Mittaghorn. Die Abfahrt im wechselhaften Schnee war amüsant… Einige Stürze und Mircos Kamikaze-Fahrstil wurden auf Pauls GoPro verewigt. Stoffel führte eine alte Tradition fort. Er fuhr wieder einmal zu weit und musste darauf wieder aus einem Bachbett kraxeln. Die Waldabfahrt sagte nicht allen gleich zu, doch wir kamen, nach einigen Baumumarmungen, alle in ganzen Stücken unten an. Nach einem kurzen Einkauf (und Beizbesuch) fuhren wir mit dem Bus zurück nach San Bernardino.

Am Dienstag liefen wir neben einer alten Ski-und Sesselliftanlage (ausser Betrieb) Richtung Pass de Omenit. Das mag leicht deprimierend klingen, aber es bringt auch Vorteile, denn Stahlseile von Sesselliften sind hervorragend zum Rumturnen geeignet. Nach einem blutigen Finger und Sämis Einsicht, dass Slacklinen mit Skischuhen wohl doch nicht so einfach ist, setzten wir den Aufstieg fort. Oben angekommen gab es den ersten Gipfelkuchen. Wir genossen die Abfahrt bei strahlendem Wetter. Nur Sämi kam vielleicht nicht ganz auf seine Kosten: Weil seine Bindung den Geist aufgegeben hatte, musste mit einer Reepschnur improvisiert werden. Darum hiess es für ihn: Stürzen verboten! Am Abend kamen Heidrun, Andreas und zwei Briefe aus Bern zu uns…. Oli und Anja waren nicht ganz freiwillig Kunden der Single-Agentur „Alpine Love Adventure“ geworden. Die Partnervorschläge waren die nicht existierende thaimassageliebende Alina, der ebenfalls inexistente Hobbykompostierer Patrick und (oh Wunder) Oli und Anja…. Hmmm, wer könnte denn das gewesen sein? (Respekt, Respekt, für diese kreative Aktion, Tirza!!) Wir wunderten uns über den Werderschen Appetit und kamen zu spät darauf, dass Heidrun und Andreas vielleicht auch ahnungslos die Teigwaren als den Hauptgang angesehen hatten…. Fränzi hatte ihre eigene Vorstellung davon, wie man Anjas Husten kurieren sollte und brachte Sämi auf dumme Gedanken: „Möchtsch es warms Bier?“ „Nei!“ „Guet, ich hol dr eins…“

Am nächsten Tag blieben Stoffel, Mirco und die Profihusterin Anja (trotz warmem Bier) zuhause … Der Rest der Gruppe genoss wiederum super Schnee und Wetter beim Aufstieg zum Zapporthorn. Die lohnende Abfahrt musste man sich aber zuerst bei der Gratkletterei bis zum Gipfel verdienen. Für alle, die Klettern bisher nur in engen Finken oder nicht einmal mit diesen kannten, war dies ein wenig ungewohnt. Doch Noemi und Joel liessen sich nichts anmerken und stiegen souverän über den Grat. Nachdem alle wieder heil bei ihren Brettern angekommen waren, wartete eine Abfahrt mit feinstem Pulverschnee. Nach dem Abendessen wurde wieder fleissig gejasst. Andere Spiele konnten sich bis zum Lagerende nie richtig durchsetzen, auch wenn Paul den einen oder anderen Versuch startete und sogar Karaoke singen wollte.

Am Donnerstag ging es auf den Piz Uccello. Der Schnee war wieder annähernd perfekt. Während Alfons krankheitshalber in der Unterkunft blieb, stellte jemand anderes wahrscheinlich einen neuen Weltrekord im Gipfelhusten auf (trotz warmem Bier!!). Einige hatten noch nicht genug und wollten den super Pulverschnee angemessen auskosten und deshalb absolvierten fünf von uns den letzten Aufstieg zum Gipfel noch ein zweites Mal. Die anderen genossen die Sonne auf der Terrasse des Brocco e Posta. Etienne ging danach direkt auf den Bus nach Hause.

Der Piz d’Arbeola war unser Ziel für den zweitletzten Tag. Zuerst ging es wieder neben dem ausser Betrieb gesetzten Skilift hoch und dann gab es schon bald eine erste kurze Abfahrt, bei der sich Christoph und Anja, die die Sportgeräte getauscht hatten, an die ungewohnte Situation gewöhnen konnten. Den Gipfel konnten wir trotz Gratkraxelei nicht ganz erreichen (hätte mit unserer Riesengruppe einfach zu lange gedauert). Der obere Teil der war zu Anjas Freude eine super Snowboardabfahrt (die vielen Bäumen weiter unten sagten ihr weniger zu). Stoffel schlug sich relativ gut auf den zwei dünnen Brettern, wobei er bis unten nicht von seiner WC-Haltung wegkam. Am Abend wurde gepackt, gegessen, gejasst und…. geklettert: nachdem unser erstes Boulderprojekt (ein Stuhl) von allen Seiten in alle Richtungen umbouldert worden war, hängte Sämi kurzerhand die Tür aus und schon hatten wir eine neue Beschäftigung :).

Am Samstag schneite es wieder und die Sicht war schlecht. Trotzdem liessen wir uns nicht entmutigen und fuhren mit dem gesamten Gepäck nach Splügen um von dort auf den Guggernüll aufzusteigen. Leider verschlechterte sich die Sicht noch mehr und wir mussten uns gegen eine Tour entscheiden… Schweren Herzens machten wir uns deshalb schon fünf Stunden früher als geplant auf den Heimweg.

Trotz des fehlenden krönenden Abschlusses war es eine unvergessliche Woche! Ein grosses Dankeschön an alle, die dabei waren. Vor allem an unsere hauptorganisierenden Leiter Tom und Jan und an Alfons, den Bergführer.

Mit dabei waren:
Alfons: Bergführer vom Husten geplagt
Tom: Hauptorganisator, immer kräftig am Spuren für die Snowboarder
Jan: Mitorganisator, JO-BL-Vertretet, Cousin und Pommes Tester in der Baracca
Sämi: Tourenski- und Tourenbindungstester. 3 paar Skis in einer Woche!
Matthias: Mit den begehrten gelben Tourenhosen.
Roman: Snowboarden mit Skistöcken? Machen alle Erfahrenen Tourenboarder.
Anja: Käpten der Hustfraktion
Stoffel: Findet jeden Graben mit dem Board und kauft das Velo seiner Schwester für 1.9 Bier;)
Noemi: Gratkletterei mit J&S-Skistöcken? Die Stockspitze taugt definitiv nicht dafür.
Oli: Single und sucht Partnerin über Alpine Love Adventure. Reist bei gutem Wetter wieder ab.
Heidrun & Andreas: Vertreter der Sektion, lassen sich durch nichts einschüchtern.
Joel: Cousin und 2ter Pommes Fritte Tester.
Etienne: Sohn von Tom, umarmt gerne die Bäume.
Fränzi: Findet im Aufstieg mit den Schneeschuhen jedes Loch, es liegt halt doch in der Familie.
Paul: Filmt mit seiner GoPro unsere stürze.
Mirco: Kamikaze-Skifahrer

Bis zum nögschde Mol ;)
Anja und Fränzi

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…und hier noch ein paar Angaben; rein technisch und ohne irgendwelche Emotionen!

Unterkunft: Capanna Genziana, San Bernardino (Vermutlich ein Teil der ehemalige Unterkunft der Baustelle des Strassentunnels.)

Samstag, 14. Feb. Reise Basel-Chur-San Bernardino; Verschiebung zur Unterkunft Capanna Genziana; kurzer Aufstieg Passstrasse entlang bis P1909/Alphäuser; LVS-Übung u. Schneeprofil; Abfahrt zur Unterkunft (Str. entlang)
Schnee: Viel Neuschnee, keine grosse Unterlage (vom Wind verfrachtet)
Wetter: Bedeckt und Schneefall, kalt.

Sonntag, 15. Feb. Viel Schneefall über Nacht! Aufstieg Passstrasse entlang bis Ponte Nef; über E-Flanke auf Alp Vignon;bis Alphütte (2125); Abbruch da keine Sicht; Abfahrt wie Aufstieg; da zu viel Schnee=sehr mühsam; Nachmittag Besuch von San Bernardino/Rest. Postiglione.
Schnee: Erneut sehr viel Neuschnee (>40cm); fast nicht fahrbar, da zuviel!
Wetter: Ganzer Tag Schneefall, schlechte Sicht und kalt.

Montag, 16. Feb. Schönes Wetter, aber erhebliche Lawinensituation! Mit Postauto nach Splügen; Aufstieg über obere Räzünscherhütte-Seehütte-Rossälpli aufs Mittaghorn/SW-Gipfel (2541m); Abfahrt bis zur Räzünscherhütte wie Aufstieg; ab Räzünscherhütte direkter Weg durch Wald (Bergführerwissen!) nach Splügen; Ruckfahrt im Postauto nach San Bernardino
Schnee: Zum Teil sehr gut bis abgeblasene Stellen; Wald eher wenig (unterer Teil).
Wetter: Schön und frischer Wind aus südlicher Richtung; Staulage im Süden.

Dienstag, 17. Feb. Schönes Wetter; Lawinensituation immer noch erheblich! Fussmarsch von Capanna Genziana zur Talstation ex-Skigebiet; Aufstieg über Alp da Confin (ex-Skigebiet) zum Pass de Omenit/P2652; Abfahrt direkt vom P durch W-Flanke und direkter Linie nach Cofin Basso-San Bernardino.
Schnee: Zum Teil wunderbarer Pulver; ab Confin Basso mit Harschschicht und schwer zum Fahren.
Wetter: In geschützten Lagen angenehm warm; in offenem Gelände frischer/kalter Wind.

Mittwoch, 18. Feb. Aufstieg ab Unterkunft über Passstrasse-P1909-P2091-Costan de Mucia-Skidepot; Aufstieg durch Flanke auf Grat; E-Grat auf Zapporthorn/E-Gipfel (3152m); Abstieg/Abfahrt wie Aufstieg. Lange und schöne Tour.
Schnee: Gut; je nach Lage mit Harsch (S-Hänge).
Wetter: Bise! Sehr frisch; in geschützten Lagen angenehm.

Donnerstag, 19. Feb. Nach San Bernardino/Skilift Ost; Aufstieg zur Capanna de Vignün auf Piz Uccello (2724m); nicht ganz auf Gipfel, da letzte Flanke extrem hart/eisig (Absturzgefahr!); Abfahrt bis Capanna de Vignün. Gruppe geteilt;
Gruppe1 (Jan,Sämi,Joel,Fränzi,Heidrun,Mirco) Wiederaufstieg auf Piz Uccello/Hauptgipfel; andere Abfahrt (östlich+Rippe bei Pian Lumbrif);
Gruppe2 (Tom,Eti,Andreas,Matthais,Roman,Noëmi,Anja,Paul,Christoph) Abfahrt nach San Bernardino
Schnee: E-Hänge +/- super; S-Hänge zT. Harsch; W-Hänge mit Harschdeckel.
Wetter: Schön; Val Vignün und Gipel sehr frischer Wind. In Ort angenehm warm.

Freitag, 20. Feb. Von Capanna Genziana zur Talstation (ex-Skigebiet); Aufstieg über Alp da Confin-P2205; Abfahrt zum Pass di Passil; Gegenaufstieg zum Pass de la Cruseta; über Pass auf NW-Grat; Skidepot; über Grat auf Piz d’Arbeola (2455m); ca. 20m unterhalb Gipfel Abbruch wegen Zeit/Teilnehmeranzahl (Neuschnee u. Zeit); Abstieg Skidepot; Abfahrt zum Übergang (2400m) im NNE-Grat; durchs Fopela nach Pignela-Scot-Spina; Fussmarsch nach Pian San Giacomo; Postauto zurück nach San Bernardino.
Schnee: N- u. NE-Hänge super; E-/S- u. W-Hänge mit Harsch und im Wald mühsam.
Wetter: Schön; zT. frischer kalter Wind.

Samstag, 21. Feb. Erneuter Schneefall und Südstaulage; von Capanna Genziana nach San Bernardino/Postauto; mit Postauto nach Splügen/Bergbahn; Hinterrheintal ebenfalls stark bedeckt/tiefe Wolkendecke und keine Sicht; kurze Diskussion und Erklärungen (Wunsch: Guggernüll mit Bähnli); Abbruch der Tour
Heimreise; >Splügen-Thusis-Chur-Basel
Schnee: ---- (starker Schneefall)
Wetter: Schneefall beidseits des Passes (Süden sehr stark / Hinterrheintal leichter); bei Waldgrenze keine Sicht mehr.

....trotzdem, oder gerade deswegen: Es war wieder einmal ein einmalig tolles Tourenlager und ihr seid die Besten.
Das nächste Abenteuer folgt bestimmt!

Tom

...und nun viel Spass bei den vielen "Föteli":