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Pulver am Gantrisch
Früh trafen wir uns hinter dem Bahnhof und kurz darauf entschwand das kleine Grüppchen von tourenhungrigen JO-lerinnen und JO-ler. 3 Teilnehmer mussten kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen passen, so auch die Leiteranwärterin, die ihre erste Tour hätte leiten sollen. Tja, so ist’s im Leben!

Nach kurzweiliger Reise an die Berner Voralpen und über die Gürnigel-Bergstrasse standen wir mit offenen Mündern beim Schwefelbergbad. Unten Eis, oben grau und grün, und die Sonne lachte uns unverschämt entgegen.
Also, nichts mit der Besteigung des Ochsen, da niemand seine Wanderausrüstung dabei und ebenso wenig Lust auf eine Watscheltour hatte. Weiter oben lag in den Nordhängen zum Morgetepass noch viel Schnee und das Tourenziel wurde in einem kurzen Stichentscheid des Tourenleiters neu festgelegt. Vielleicht klappt’s auch mit dem Nordcouloir vom Bürglen zur unteren Gantrischhütte.
Der Schnee war durchgefroren und erleichterte so den Aufstieg zum Übergang und weiter zum Gipfel. Doch welch Überraschung oben in der Südflanke: Kein Schnee und nur grüne Wiese! Dazu blies ein kalter Wind und liess uns nicht lange auf dem Gipfel des Bürglen aushalten. Schnell waren die „verfahrenen“ Hänge hinter uns und an eine Abfahrt durch irgendein Couloir war ebenso wenig zu denken wie stiebender Pulverschnee. Bei der Chummlihütte gab’s dann endlich die wohlverdiente Verpflegung und eine längere„Beschäftigung“ mit dem neuen J+S-LVS.
Nach der wärmenden „Schoggi“ in der Gantrischhütte bezogen wir beim Berghaus unser Nachlager und dies zu einem Schnäppchenpreis. (Armee sei dank.)

Der Himmel war am Sonntagmorgen bereits bedeckt und hinter uns herrschte bereits emsiges Treiben für irgendein Langlaufrennen. Wir dagegen machten uns gemütlich auf um den wenigen Schneespuren auf die Chrummenfadenflue zu folgen. Der Schnee war immer noch steinhart gefroren und der Traum vom Pulver endgültig verflogen. Dafür erreichten wir in kurzer Zeit durch die Nordwestflanke den Gipfel und, obwohl sehr frisch, genossen wir den Lunch in luftiger Höhe.
Die Abfahrt war, wie schon am Vortag, alles andere als genussreich und verlangte volle Konzentration. Ein kleiner Fehler und schon wurde man aus der Ideallinie katapultiert. Nach Gustiberg suchten wir weitere Traumhänge und wurden tatsächlich fündig. Eine kurze Walddurchquerung brachte uns zum Traum in Weiss, wo Bedingungen wie im Frühjahr herrschten: Harte Unterlage und wenig Sulz drüber. Super! Aber leider viel zu kurz.
Der Wiederaufstieg bedeutete auch gleich ein wenig Abenteuer und der Weg führte uns durch den Bachgraben der Gürbe. Alle hofften, dass die Schneeschmelze noch ausbleibt, so dass wir diesen Wildbach ohne Schwimmflossen durchqueren konnten. Die Schinderei durch den Bach lohnte sich, da auf der anderen Talseite ein Skilift still vor sich hin surrte und uns in wenigen Minuten 300 Höhenmeter hinauf spedierte. Einfach easy diese Aufstiegshilfen!

Der Rest ist dann wohl schnell erzählt: Noch eine heisse Schoggi, ein- und umpacken und schon ging’s ab ins Tal.
Trotz Schneemangel durften wir doch noch zwei tolle Tage in den Berner Voralpen geniessen und ein paar leckere Schwünge in den Schnee ziehen.

Danke an alle und die Fortsetzung folgt.

(Nicht vergessen: JO-Programm beachten!).

Wer war dabei:
• Andreas Binder, Ski
• Michael Feiger, Ski
• Christoph Hilfiker, Board
• Franziska Hilfiker, Board
• Tom Kaiser, Board ( + Leiter)
• Annette Ramp, Ski
• Salome Röthlisberger, Ski
• Nicola Ruch, Board
• Sylvia Schmutz, Board
• David Werder, Board