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Kletterlager Finale

Samstag/Sonntag

Nach einer langen Anreise mit unserem treuen, aber etwas leistungsschwachen Bus in den unteren Tourenzahlen, nahmen wir von der schönen Terrasse auf dem Campingplatz Besitz, wir hatten herrlich viel Platz und sogar Strom für unseren Kühlschrank- nur fehlte leider der italienische Adapter. Wir verschoben dieses Problem auf später und fuhren erstmal nach Noli, um die Wassertemperatur zu testen- war genügend warm zum Schwimmen, jedenfalls für die sehr Begeisterten.

Endlich geht es los an die Felsen: aber schon gleich der erste Tag zeigte uns die Schwierigkeiten der finalesischen Wegbeschreibungen- wir mussten erst einen eingeborenen Kletterer anhauen wegen des Weges, bis wir am Fuss des Felsens standen. Dort hatten sich die Italiener schon ganz nach ihrer Sitte ausgebreitet: etwa acht Kletterer hingen in den Felsen und wurden von den zahlreichen Nichtkletterern wortreich unterstützt. Da war die Nonna, die auf den Nachwuchs aufpasste, die Freundin mit dem Säugling im Arm, weitere Freunde, die einfach das Draussensein auf der Wolldecke genossen…. Irgendwie bekamen wir doch noch einige Meter Felsen unter unsere Seile, so dass wir nach theoretischer Einführung durch unseren Bergführer endlich loskraxeln konnten. Wir machten gleich die Bekanntschaft mit den massiv unterbewerteten finalesischen Routenbeschreibungen, was uns die ganze Woche hindurch verfolgte, es kam zwischenzeitlich immer wieder zu Frustanfällen, wenn eine 4b sich als deftiges 5b- schlecht abgesichert- entpuppte.

Beim abendlichen Meeresschwumm konnten wir unsere glühenden Fingerkuppen dann abkühlen- es wurde immer mehr zum Muss, dieser abendliche Sprung ins Meer, einige Wasserratten bekamen wir fast nicht mehr aus dem Wasser.

Ilona

Montag:

Nachdem wir erstmal mühsam aus dem warmen Schlafsack gekrochen waren, ging es ans Frühstück. Mit Klettermaterial und Lunch ging die Fahrt dann ab zum Klettergebiet Monte Sordo. Bevor wir anfangen konnten zu klettern, gab uns Kurt noch einmal eine "kleine" Instruktion, wie man richtig abseilt. Danach durften wir endlich den Felsen "betreten". Es wurden Seile in Routen vom Schwierigkeitsgrad 4c- 5c eingehängt. Alle kletterten wie wild, bis die Unterarme verkrampften und die Zehen schmerzten. Zurück in Finale wurde zuerst einmal im Meer gebadet und Yves holte Catherine vom Bahnhof ab. Als die Leiter vom Einkaufen zurück waren und sich auch schnell abgekühlt hatten, ging es zurück auf den Campingplatz. Bald nach dem späten Abendessen krochen wir dann in die Gänsefedern.

Franziska

Dienstag

S erschtä mol sind mer vollzählig hüt.

Dä Tag fangt a wiä immer mit em leidigä Ufstoh. Obwohl… so bequem ischs au wieder ned gsi im Zelt.

Bi brüätender Hitz kämpfed mer uns dä Wäg durchs Dornägestrüpp und wieder mol mached uns diä italienischä Wägbeschriebigä deftig zschaffä. Am Istieg sind mer drum rächt erstunt, no anderi menschlichi Wesä aztreffä. Ä Gruppä vo 3 Italiener, wo sich im verlauf vom Tag no als gueti Fan-gmeinschaft erwiesä wird.

Noch emenä erfolgriechä Chlättertag wend mer am Obä denn dä Chüälschrank in Betrieb neh. (Hend jetzt endlich en Adapter becho!) Doch im Moment wo mer en istecked pfufed Gas rundumä usä und es stinkt grauähaft. So müämer diä Wuchä ohni Chüälschrank verbringä aber er wird wohl ewig dGrundlag für Witzeleiä bietä.

Yves

Mittwoch

Will nid alli e velo debi kah hän und anderi ganz eifach kei luscht kah hän, e velo tour i däne steile täler zmache, hets e allternativ programm gäh und zwar e wunderschöni mehrseil-route. Mir, em kurt, de ilona, am yves und em lukas sin am morge gemütlich mit unserem bus zum klättergebiet gfahre. Noch dämmr no schnell e banane verdruckt hän, sin mr denn zum ihstieg vo unsere route gloffe. Mr hän uns in 2 seilschafte ufteilt, de kurt mit de ilona und de lukas mit em yves. D`route het ca. 7 seillänge im 6te grad (5c-6b) kah. Die erschti längi wäri no liecht gsi, wenn si nid schoh vo1000ge beklätteret worde wär. Leider het me e sehr starke seilzug kah, dass me gmeint het de sicherer würdi am seil drah hänge, um mit aller kraft däh obe abezieh (sehr ahgnähm!!). Mr hän denn aber doch alli de unteri teil überstande und hän uns meeega (griessli celina) gfreut di negschti seillängi z`klättere. Es isch e route wie us em bilderbuech gsi, e wunderschöni koralleartigi route mit riesige griff. Das het uns mächtig ufgmunteret und denn hämmer au no die andere vom lager gseh, wölli uns mit niidischem blick zuegluegt hän.( Der Rest der Gruppe kame bei ihrer Biketour an diesem Tag bei unserem Felsen vorbei- leider fehlt der Bikebericht bis zur Drucklegung, um den anderen Blickwinkel auch zu beleuchten…) Bi de 2. letschte route hets denn no e kleins problemli, bi dr hintere seilschaft gäh. De letschti maa isch und isch eifach nid koh, er isch am end vo sine kräft gsi, au zieh het do nüd me brocht. Doch unser erfahrene bergführer het ihn denn mit hilf vommene fläschezug könne ufezieh (hätti er doch bloss e rittersport debi kah, denn wäri das bestimmt nid passiert*g*). Wo mir denn alli obe ahkoh sin, hän mr nümm lang zyt kah um uns z`freue, sondern mir hän müese schnell abelaufe (us nümm bekannte gründ). Und wies het müese koh, hämmer uns denn au no verloffe. Endlich in finale ahkoh, hämmer uns no e erfrischends bad im „warme" mehr gönnt.

Lukas

Donnerstag

An diesem Morgen nahmen wir es gemütlich mit Aufstehen. Der prüfende Blick in den grauen Himmel liess einen mit gutem Gewissen nochmals in den warmen Schlafsack schlüpfen. Nach einem ausgiebigen Frühstück entschieden wir uns, doch noch aufzubrechen und möglichst nah an der Küste einen Felsen zu suchen, wo wir, ohne nass zu werden, klettern konnten.

Am „Rocca di corno" (Sektor Süd-Ost) waren wir damit gut bedient. Die Anfahrt mit unserm super Bus war zwar etwas holprig, aber umso aufweckender.

Der Anstieg war steil und als wir dann endlich unter dem Felsen standen, war Yves schon so erschöpft, dass er, bevor er überhaupt die Kletterfinken auspacken konnte, den dringenden Wunsch nach einem (oder mehreren ?) Balisto(s) verspürte. Balistos, Rittersport und andere Powerbars waren in diesem Lager sowieso voll der Renner, wenn wieder einmal Energie getankt werden musste.

Die Routen am „Rocca di corno" waren, wie überall in Finale, ziemlich anspruchsvoll, dafür gab es darunter auch mal einen Leckerbissen. Eine schöne, lange Route einem griffigen Spalt entlang liess sich beispielsweise niemand entgehen, oder eine links davon mit einer besonders kniffligen Stelle, von der Ilona so schwärmte.

Da sich das Wetter gut hielt und es höchstens einmal kurz tröpfelte, kletterten wir länger als sonst. Trotzdem reichte es noch zum obligaten Sprung ins Meer (aus dem einige mit Schürfungen, andere mit Quallenbissen wieder herauskamen), währenddessen die „Warmduscher" einen Erfrischungsdrink in der Piccolobar genossen.

Zum Nachtessen gab es Spaghetti und Salat mit feinem Balsamico-Essig, den Lukas und ich bei netten, deutschen Nachbarn erbettelten. Auch an diesem Abend begleitete uns das „Meiern" bis in den Schlaf.

Catherine

Freitag

Schon früh um 4Uhr hörte ich den Regen aufs Zeltdach tropfen, erst tröpfeln, dann wurde es immer lauter bis zum steten „Schütten". Nochmals im Schlafsack umdrehen, und nochmals und…. Irgendwann wird es im Zelt halt einfach zu unbequem, so kamen nach und nach alle aus den tropfenden Zelten gekrochen zum Frühstück. Zum Glück ( Tom sei an dieser Stelle nochmals gedankt für seine super Campingausrüstung ) konnten wir unter dem Segel des Küchenzeltes trocken frühstücken. Und es tropfte weiter und weiter, der Himmel war düster verhangen- nachdem es schon gegen Mittag ging und immer noch regnete, fassten wir kurzfristig den Entschluss, das Lager einen Tag früher abzubrechen als geplant um nicht noch in nassen Schlafsäcken liegen zu müssen. Es ging doch noch recht lange, bis so ein ganzes Wochenzeltlager wieder im Anhänger unseres treuen Busses versorgt war. So fuhren wir mit klatschnassen Zelten wieder Richtung Norden- allen Zelttrockner hier auch ein Dankeschön.

Es war ein wunderschönes Lager im Süden, mit viel deftiger Kletterei, allabendlichem Schwumm im Meer und gemütlicher Campingatmosphäre- nochmals ein herzliches Dankeschön an Tom, unseren Topmanager!

Ilona

 

 

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