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Sommerlager mit JO-BL in den Dolomiten
Meine lieben Freunde der guten Laune!

Ja ich weiss, ihr habt schon die ganze Woche auf diesen Bericht gewartet Es ist nicht so einfach einen diesem Lager ebenbürtigen Tourenbericht zu verfassen. Das ist mein Versuch unser tolles Erlebnis in Wort zu fassen:

Ich muss zum Verständnis des Dolomiten-Feeling euch zuerst den guten Dolomitenkletterer beschreiben.

Der gute Dolomitenkletterer besitzt vor allem eine gute Nase. Und nein! Nicht zum beschnuppern von übelriechenden Kletterfinken. Wobei, das muss ich kurz anmerken. Wir haben einen sehr interessanten Test an einer Person durchgeführt. Stellt euch einmal vor, die besagte Person konnte in unmittelbarer Nähe meiner Kletterfinken problemlos schlafen. Ich wage sogar zu behaupten, dass sie von blühenden roten Rosenfelder geträumt hat. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Die gute Nase wird ab Hotel gebraucht. Schon nur um zu entscheiden, ob man links oder rechts vom Parkplatz abbiegen soll, dann auf welchem Pass oder in welcher Richtung des Parkplatzes sich das Klettergebiet befindet, an welcher Wand die geplante Route, der nächste Stand, der Gipfel, der Abstieg und der beste Apfelstrudel zu finden ist. Alles in allem nicht einfach. Doch wir hatten ja den Ortskenner Janis dabei. Beim finden oder besser gesagt, beim wieder finden von Klettermaterial ist weniger die gute Nase von Nutzen. Hier ist das Prädikat besonders wichtig, Profis benutzen natürlich nur Produkte aus «U-Boot-Stahl».

Das Hotel des guten Dolomitenkletterers muss sich in St.Kassian befinden, mindestens zwei Sterne besitzen, das Frühstück muss im Preis inbegriffen sein, hat lästig lärmende italienische Kinder, die dem guten Dolomitenkletterer seinen wohlverdienten Schlaf rauben und es braucht so ganz edle Zimmerkarte, wo sicher immer der Falsche im Sack hat. Da lässt sich das «La Palsa» sicher empfehlen.

Und zu guter Letzt, der gute Dolomitenkletterer besitzt starke Arme für steile und überhängenden Routen, lässt sich von brüchigem Felsen nicht abschrecken, lacht über Stürze wegen abgebrochen Griffen, hat vertrauen in Gott und in die übel aussehenden Schlaghacken, setzt auch gerne Frends und wenn er dazu Zeit hat einen Keil, schreit gern mal «libera», «prezemolo» oder «champalamila» durch die Wand, muss sich schliesslich den hier lebenden Ausländer anpassen, rast gerne kurvige Passstrassen rauf und runter, fegt dabei sicher Täglich mehr als 10 Rennvelofahrer von der Strasse, ist sehr gut anzusehen, denn braun gebrannte Haut und gestählte Muskeln machen sich in einer noch so edlen Hotellauge gut, geht gern bis ganz auf den Gipfel und isst danach auch noch gerne Apfelstrudel mit Bier! Prost!

Ihr seht also das ist ein sehr Ernstes Unternehmen. Anspruchsvoll und gewaltig. Also massgeschneidert für unsere JO!!

Am Sonntag ging das Lager los. Die 5 Personen im Janis seinem Auto mussten sich am Vorabend noch im Engadin den Bauch mit einer riesen Portion Älplermagronen vollschlagen. Wir waren daher sicher überladen. Zum Glück wurden wir jedoch nur vom Ferienverkehr ein bisschen aufgehalten. In St.Kassian angekommen, trafen wir dann der Rest der Gruppe. Ruedi hatte sogar einen Militärbüslein organisieren können. Wir waren daher recht flexibel unterwegs. Wir unternahmen noch eine kleine Wanderung mit Klettermaterial. Wir sind zum Schluss gekommen, dass wir es Training nennen.

Am Montag hatten wir dann doch Lust auf Klettern und wir gingen in die Steinerne Stadt. Einem Klettergarten auf dem Selapass. Ähnlich steinernd kam uns an diesem Tag Janis vor. Er lief leicht schräg durch die Landschaft. Er wollte uns einfach nicht verraten, wer ihm so den Kopf verdreht hat. Bei diesem Thema wurde er recht steif.

Am Dienstag wollten wir mal unser erstes Erlebnis mit den typisch ungebohrten Mehrseillängen haben. Wir teilten uns auf drei Routen auf. Ich muss sagen, diese Taktik hat sich sehr bewährt und wir wendeten sie auch bei den anderen Mehrseillängetouren an. In jeder dieser drei Routen war sicher einer der erfahrensten Kletterer Ruedi, Thomi Hotz und Janis dabei. Sie wurden durch einen weiteren Leiter unterstützt. So konnten wir recht anspruchsvolle Klettertouren machen, ohne das es nicht mehr Verantwortbar gewesen wäre. Wir machten zuerst den ersten Selaturm und weil es gerade so gut lief, hängten wir den zweiten Selaturm gleich noch an.

Am Mittwoch zog es uns an die Falzarego. Einen grossen Turm. Auf einer Kriegsstrasse aus dem Ersten Weltkrieg gelangten wir an den Felsen. Es war interessant, man sah viele Stollen aus dieser Zeit und sogar durch ein Lazarett kamen wir. Es war eine schöne 7-10 Seillängen Tour. Speziell zu erwähnen sind die anderen Seilschaften die wir antrafen. Da war zum Beispiel ein italienischer Führer, der hat seine 50m Seil einfach ohne Zwischensicherung voll ausgeklettert. Dann trafen wir noch auf zwei äusserst nette Deutsche, die den durch die Italiener verursachten Stau, sehr locker nahmen und nicht zu vergessen der 76-jährige und seine noch älteren Kollegen, die mich kurzerhand überholt haben. Zum Glück waren sie gut am Nachbarstand angemacht, als Flo seinen Stand-Urschrei ausstiess. Und dank zwei äusserst Talentierten JO-ler findet sicher jeder den Abstieg am Torbogen vorbei.
Am Abend war das Dorffest noch voll im gange. Da gab es ganz spezielle Biers, eins mit einem Plastikkrokodil drin lauernd oder eins für 20€. Weiter konnte man sehr schmackhaften Holunderessig kaufen, war ja schliesslich aus biologischem Anbau. Jaja, was man uns Schweizer nicht alles andrehen kann.

Am Donnerstag gingen wir in den Klettergarten Sas Dalca. Das ist ein sehr gefährlicher Ort, hier kann es passieren, dass man von 10l Wasser erschlagen wird. Es kamen alle auf ihr kosten und trotz Joels Spruch: «Ruhetag! Ziel verfehlt!»

Am Freitag war es dann soweit. Wir gingen unser grosses Projekt der Woche an: Die ZINNEN!!!!
Oh ja! Wir waren da! Die Gruppe Ruedi, Tom, Annick, Leoni und Nina attackierten via Normalweg die Grosse Zinne. Die Gruppe Thomi Hotz, Timo, Jonas und Joel gingen auch auf die Grosse Zinne via Di Bona Kante und die Gruppe Janis, Flo, Alex und Paul gingen auf die Westliche Zinne via Demuth Kante. Nochmal grosse Gratulation! War eine grosse Tour und eine riesen Leistung.

Am Samstag stand dann schon die Rückreise in die Schweiz auf dem Programm.

Es war eine super Woche. Wir hatten unglaubliches Wetterglück. Es war zeitenweise fast zu heiss. Ich würde sagen, es richtiges Badehosewetter! Und wem es das Gehirn auch so verbrannt hat, dass er Frauen nicht mehr vom Fels unterscheiden kann. Nicht so schlimm, Hauptsache klettern.

Als einzig Negatives ist zu erwähnen, dass das Ladyzimmer keine Muschelförmige Badewanne besass. Dafür werde ich den Blick der Glaceverkäuferin nie vergessen, als ich mit den 1€-Päcklis bezahlte. "Hast du zuviele Zeit?!" Ich weiss ja nicht. Hihihi!

Danke vielmals! Bis zum nächsten Mal!

Alex

Und jeder, der bei diesem Bericht nicht schwitzige Finger bekommen hat und nicht ständig sehnsüchtige Blicke auf den Kletterrucksack geworfen hat, der ist schlicht und einfache e trümlige Bänz!!!